In dem Versuch, eine (Re-)Konstruktion jenes konzisen Gemischs von Ideen und Hinweisen zu liefern, die Cerith Wyn Evans’ Œuvre, voller Schatten und Spuren, Andeutungen und Referenzen, ausmachen, bringt der begleitende Katalog The What If?… Scenario (after LG) eine polyphone Ansammlung von Stimmen und Strängen zusammen und stellt den Versuch dar, so etwas wie einen „imaginären Zukunftssinn“ zu (re)konstruieren.
Die Erkundung einer Realität, in der Materie /Gehalt und dunkle Materie aufeinandertreffen, wo die Existenz eines neuen Elementarteilchens von Theorie und Fiktion heraufbeschworen wird und nichtsdestotrotz in der komplexesten Laboreinrichtung aller Zeiten mündet, bringt uns zum Kern von Wyn Evans’ neuer Arbeit im Augarten, A Community Predicated on the Basic Fact Nothing Really Matters, und damit auch zum konzeptuellen Model dieser Publikation. CERN - Europäische Organisation für Kernforschung – ist nämlich ganz dem Nachweis eines höchst labilen Schwellenpartikels, dem Higgs Boson, verschrieben. Das Higgs selbst ist eine Art nachträglicher Einfall und insofern die Verkörperung eines Wunschdenkens, als dass das LHC (Large Hadron Collider) in CERN gänzlich auf der Annahme einer simulierten Vorwegnahme des fehlenden Partikels beruht, dessen Notwendigkeit lange vor seiner Entdeckung postuliert wurde.